Frage: “Wie schreibe ich den Infinitiv mit zu von ‘zusenden’? ‘Ich haben versprochen, es dir zu zu senden’ oder ‘… zuzusenden’?

Das Verb “zusenden” schreiben Sie zusammen, da es nur eine einzige betonte Silbe hat. Deshalb wird auch der Infinitiv mit zu zusammengeschrieben: “zuzusenden” – und übrigens auch das Partizip: “zugesandt”.

Allerdings gibt es das Wort “zusenden” heute nicht mehr: Verwenden Sie das kürzere “senden” oder “schicken”.

  • Ich habe versprochen, es dir zu senden.
  • Ich habe versprochen, es dir zu schicken.
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Frage: “Wie ist das eigentlich beim ‘Binde-s’? Welche Schreibweise ist korrekt und warum: Abschlagrechnung oder Abschlagsrechnung?”

Es gibt nur eine einzige verbindliche Regel ohne Ausnahmen für das Fugen-s: Steuern haben niemals eines – also: Einkommensteuer, Vermögensteuer, Mehrwertsteuer.

Ansonsten steht das Fugen-s meist

  • bei Zusammensetzungen mit Wörtern auf -tum, -ling, -ion, -tät, -heit, -keit, -schaft, -sicht, -ung
  • bei Zusammensetzungen, deren erster Bestandteil auf -en endet (substantivierter Infinitiv)

Das Fugen-s steht meist NICHT

  • bei Zusammensetzungen, deren erster Bestandteil weiblich ist und nicht auf -ion, -tät, -heit, -keit, -schaft, -sicht, -ung oder einen Zischlaut endet [aber z. B. die Ausnahmen: Armut, Hilfe, Liebe, Geschichte, Weihnacht]
  • bei Zusammensetzungen, deren erster Bestandteil auf -er oder -el endet [aber z. B. die Ausnahmen: Hungersnot, Jägersmann / Himmel (z. B. Himmelstür), Esel (z. B. Eselsohr)]
  • bei Zusammensetzungen, deren erster Bestandteil auf -en endet und kein substantiviertes Verb ist
  • bei Zusammensetzungen, deren erster Bestandteil mit einem Zischlaut endet (-sch, -s, -ss, -ß, -st, -tz, -z)

Bei einer ganzen Reihe von Wörtern sind beide Varianten im Einsatz, z. B. “Friedenstraße” oder “Friedensstraße”, “Essenmarke” oder “Essensmarke”, “Werkfeuerwehr” oder “Werksfeuerwehr”. Die Variante mit dem Fugen-s wird meist häufiger verwendet, da sie offenbar angenehmer zu sprechen sind.

Bei “Abschlagrechnung” oder “Abschlagsrechnung” rate ich Ihnen zur Variante mit “s”, da es die weitaus häufiger verwendete ist. Google kennt mehr als 100.000 Einträge mit “Abschlagsrechnung”, aber nicht einmal 5.000 mit “Abschlagrechnung”.

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Frage: “Ich habe eine Frage zur Nominalisierung: ‘Es reicht aus, bei der neuen Krankenkasse die Mitgliedschaft zu beantragen und der alten formlos zu kündigen.’ Meines Erachtens wird ‘alten’ in diesem Fall aufgrund der Nominalisierung großgeschrieben, in verschiedenen Quellen habe ich das Wort in diesem Zusammenhang allerdings klein vorgefunden. Was ist hier korrekt?”

Eine Nominalisierung, also Umwandlung eines z. B. Eigenschaftsworts in ein Hauptwort, liegt dann vor, wenn im Zusammenhang (!) kein Hauptwort genannt wird, auf das es sich bezieht, z. B.

  • [Im Sport:] Die Grünen spielen von links, die Blauen von rechts.
  • Die Schönen stehen vorn, die Großen hinten.

Wenn aber das Hauptwort noch im Zusammenhang genannt wird, wird das Eigenschaftwort kleingeschrieben:

  • Die Tücher sind schön. Die blauen gefallen mir aber besser als die roten. [Beide Eigenschaftswörter beziehen sich auf "Tücher".]

Korrekt ist in Ihrem Beispiel also “und der alten formlos zu kündigen”. “alten” bezieht sich eindeutig auf “Krankenkasse”. Das Bezugswort steht sogar im selben Satz.

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Frage: Komma in der Anrede – ist das nun richtig oder falsch? “Guten Tag, Frau Müller”? “Hallo, Peter”?

Eine der jetzt nur noch sieben Kommaregeln im Deutschen lautet: Namen und Ausrufe werden durch Komma abgetrennt. Das gilt auch dann, wenn ein Ausrufe oder Gruß direkt von einem Namen gefolgt wird. Das sieht auch der Duden so.

  • Guten Morgen, wie geht es dir, Peter?
  • Guten Morgen, Peter,
  • Hallo, Peter,

Kurze Anreden mit einem Ausruf (Interjektion) können ohne Komma stehen:

  • Hallo Peter,

Die DIN 5008 “Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung” setzt auch im aktuellen Entwurf kein Komma hinter “Guten Tag”:

  • Guten Tag Frau Müller,

Da es hier also keine einheitliche Vorgabe gibt, legen viele Unternehmen selbst fest, was dort verbindlich gilt. Häufigste Regelung:

  • Guten Tag, Frau Müller,
  • Hallo Peter,
  • Guten Tag, sehr geehrte Frau Müller,
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Frage: “Ich bin ein großer Fan von ph statt f. Wann darf ich ph noch verwenden? Bei Photo, telephonieren?”

Nach neuer deutscher Rechtschreibung dürfen häufig verwendete Fremdwörter des allgemeinen Wortschatzes vorsichtig angepasst werden. Deshalb können Sie also z. B. anstatt “Joghurt” auch “Jogurt” schreiben, anstatt “Nougat” auch “Nugat” oder “Spagetti” anstatt “Spaghetti”.

  • Fremdwörter aus dem allgemeinen Wortschatz mit griechischem Ursprung, können wahlweise mit “ph” oder “f” geschrieben werden, wenn sie auch noch als Fremdwörter erkannt werden. So können Sie “Photographie” oder “Fotografie” schreiben. “Telefon” gilt als so weit eingedeutscht, dass es nicht mehr mit “ph” geschrieben werden darf.
  • Wörter aus Fachsprachen behalten immer die ph- Schreibweise, z. B. “Photosynthese”, “Photovoltaik”.
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Frage: “Wir sind uns grad unsicher, wenn wir ein Team ansprechen. Wird dann “Sie” und “Ihre” groß oder klein geschrieben? Die meisten sagen: klein – wie ist es denn jetzt wirklich?”

Anreden in der Höflichkeitsform werden immer großgeschrieben:

  • „Bitte senden Sie uns Ihre Antwort.”
  • „Wir haben Ihr Schreiben erhalten.“
  • „Wir senden Ihnen die Unterlagen.

Nur die Du-Anreden werden grundsätzlich kleingeschrieben, sie können in Briefen, E-Mails und Telefaxen auch großgeschrieben werden:

  • „Über deinen/Deinen Brief habe ich mich sehr gefreut.“
  • „Was wollt ihr/Ihr denn im Urlaub machen?“
  • „Ich wünsche euch/Euch einen schönen Urlaub.“
  • ABER: Zum Beispiel auf einem Plakat oder Werbeposter muss das Du kleingeschrieben werden, da es sich nicht um einen Brief oder eine E-Mail handelt, also: „Hol dir die Frische“, „Pack deinen Koffer“, „Holt euch den Geschmack“ usw.
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